
Mit einer „aktiven Mittagspause“ haben MediClin-Mitarbeiter gestern in Waren, Röbel und Neubrandenburg ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag Nachdruck verliehen. Seit der Privatisierung des ehemaligen Kreiskrankenhauses im Jahr 2002 an den MediClin-Konzern gibt es laut Aussage der Gewerkschaft ver.di für die nicht-ärztliche Belegschaft keinen Tarifvertrag mehr. „Dank der Löhne und Arbeitsbedingungen unterhalb bekannter Flächentarifverträge wie dem öffentlichen Dienst oder dem HELIOS- oder SANA-Konzern konnte in den über zwei Jahrzehnten gewinnmaximierend gearbeitet werden.“
Trotz der enormen Preissteigerungen in der Vergangenheit scheinte die Geschäftsführung des Müritz-Klinikums nicht einzulenken. Die Löhne des nicht-ärztlichen Personals seien bisher unterhalb vergleichbarer Tariferhöhungen gestiegen, sodass die Beschäftigten mit einem Reallohnverlust konfrontiert waren. Neben geringeren Löhnen seien ferner Zusatzurlaube oder Zulagen für Schichtarbeitende am Müritz-Klinikum nicht existent.
Das ärztliche Personal des Müritz-Klinikums hingegen fällt seit Juli 2025 unter einen konzernweiten Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Aber auch die Mediziner mussten für ihre Forderungen zunächst kämpfen, machten beispielsweise Anfang des Jahres mit einer Demonstration öffentlich auf ihre Situation aufmerksam.
„Wir haben den Arbeitgeber Anfang November zu Tarifverhandlungen für das nicht-ärztliche Personal aufgefordert und daraufhin eine Absage erhalten. Während also ein Teil der Belegschaft unter den Schutz eines Tarifvertrags fällt, wird für die Mehrheit der Belegschaft ein Tarifvertrag verweigert. Diese Auffassung einer Zwei-Klassen-Belegschaft ist von den Beschäftigen nicht mehr hinnehmbar“. erklärt Gewerkschaftssekretar Friedrich Gottschewski.
Und „Die Aussage der Belegschaft ist unmissverständlich. Der Arbeitgeber soll sich gefälligst mit uns an den Verhandlungstisch setzen. Die Lohnlücken in allerhand Berufsgruppen von 30 Prozent und mehr im Vergleich zu branchenüblichen Tariflöhnen ist nicht akzeptabel. Die Beschäftigten bereiten sich auf Arbeitskämpfe vor, wenn die Geschäftsführung hier nicht einlenkt und mit uns verhandeln möchte.“







Gewinnmaximierung auf den Knochen der Leistungserbringer, auf Kosten der Patienten.
Die Qualität für die (zahlenden, Beiträge, die immer mwhr steigen) Patienten spricht eine deutliche Sprache.
Wo bleiben eigentlich die Gewinne und was wird damit bezahlt?
Eine Schande wie die Geschäftsleitung mit ihren Mitarbeitern umgeht, die Geschäftsführung muß sich nicht Wundern wenn es immer mehr Mitarbeiter gibt die sich ein anderes Arbeitsfeld suchen, hier sollte es ein Umdenken in den oberen Etagen geben
Evtl fordern die Verantwortlichen ja wieder zum Applaudieren auf und hoffen dass es damit getan ist…
Von applaus können die Herren und Damen aber ihre Miete oder Essen nicht bezahlen. Ein höherer verdienst ist mehr als angebracht.
Und da der Chef der TK ja schon angekündigt hat dass die Beiträge zur Krankenversicherung locker die 25% erreichen, sollte es auch zahlbar sein
Ich wünsche den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf jeden Fall viel Erfolg und einen endlich angemessenen Tarifvertrag und Lohn. Dass es ein schwerer Kampf wird, läßt sich schon an der Eigentümerstruktur von MediClin ablesen: 35% Münchner Rückversicherung, 52,73% Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH (!) und 12,27 Streubesitz. Der harte Brocken ist wohl die Asklepios Truppe. Über die schreibt ver.di: „Hohe Margenvorgaben auf Kosten der Belegschaften – das ist die Strategie des Klinikbetreibers Asklepios, der damit immer wieder Konflikte mit seinen Beschäftigten vom Zaun bricht. … Doch an immer mehr Unternehmensstandorten setzen sich die Beschäftigten zur Wehr.“ Freiweillig passiert da also schon mal nichts. Bitter, gerade vor Weihnachten, dass sich die Leute ihr gutes Recht immer wieder erst erkämpfen müssen.
Ich wünsche allen Mitarbeitern, dass sie diesen Kampf gewinnen. Das ist ja eine riesige Ungerechtigkeit. Hohe Gewinne und niedrige Löhne. Das ist leider nichts Neues. Also kämpft um euer Recht.
Vielleicht sollte man wieder ein Kreiskrankenhaus aus der Klinik machen. Ein Krankenhaus ist kein Unternehmen welches der Gewinnerziehlungsabsicht unterliegt. Ein Krankenhaus unterliegt einem zutiefst humanitärem Zweck. Alles andere ist menschenverachtend….