In Neubrandenburg haben Schüler und Bürger an das schwere Schicksal der Zwangsarbeiterinnen erinnert. Die Vier-Tore-Stadt hatte von 1943 bis 1945 annähernd 10 000 Frauen, die vom KZ Ravensbrück kamen und in Rüstungsfirmen zu arbeiten. Damit kamen auf einen Einwohner rein rechnerisch 1,2 Zwangsarbeiterinnen. Die Frauen aus vielen Ländern Europa lebten sie unter widrigsten Bedingungen in mehreren Lagern, viele überstanden die schwere Zeit nicht. An sie erinnert das erst 2015 aufgestellte Denkmal „Die Trauernde“ gleich gegenüber vom Bahnhof an der Stadtmauer.
Aus Ravensbrück, wo an diesem Sonntag an die Befreiung im April 1945 erinnert wird, wurden rund 54 000 Häftlingsfrauen zur Zwangsarbeit verpflichtet, wofür es fast 50 Außenlager gab. Dazu gehörte auch Retzow in der Müritz-Region.
In Neubrandenburg, wo Teile für die sogenannten Vergeltungswaffen V1 und V2 gefertigt wurden, war das größte unter den Außenlagern, wie historische Forschungen inzwischen ergeben haben.
Zudem musste Zwangsarbeiterinnen auf dem Militärflughafen Trollenhagen, bei der Bahn und in der Torpedo-Versuchsanstalt am Tollensesee arbeiten. Am 29. April 1945 rückte die Rote Armee in Neubrandenburg ein, unter starker Gegenwehr der Wehrmacht. Wenige Tage später ging die Innenstadt zu 80 Prozent in Flammen auf.







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