
„Was war das wieder für ein Jahr!“ Diesen Satz hört man derzeit permanent von Freunden, Bekannten oder beim netten Plaudern in der Stadt. Auch Warens Feuerwehr kann da mitreden. Bis jetzt stehen 197 Einsätze in diesem Jahr auf der Liste der Kameraden um Wehrleiter Reimond Kamrath. Aber wir sind ja auch noch nicht ganz durch mit 2024. Die Stunden, die Warens Freiwillige für diese Einsätze unterwegs waren, gehen in die Hunderte. „Diese Häufung an Einsätzen und die Vielzahl der Absicherungen brachten unsere Kameraden teilweise an ihre Grenzen. Das Spektrum der Einsätze ist enorm. Von Eisrettung über Wasserrettung, über kleinere und größere Brände und technische Hilfeleistungen bis hin zu Verkehrsunfällen und häufig ausgelösten Brandmeldeanlagen“, so Reimond Kamrath. Wohl einer der schlimmsten Einsätze in diesem Jahr: Der verheerende Brand der Bootswerft in Kamerun. Schlimm auch deshalb, weil ein Kamerad von einstürzenden Gebäudeteilen getroffen und schwer verletzt wurde – Michael Hoppe. Der 55-Jährige ist zwar inzwischen zu Hause, konnte auch das Weihnachtsfest mit der Familie feiern, aber bis zur vollständigen Genesung hat er noch einen längeren Weg vor sich, wie er gestern gegenüber „Wir sind Müritzer“ bestätigte.
Bei dem Unfall während der Löscharbeiten in der Bootswerft hat Michael unter anderem Frakturen im Beckenbereich erlitten. Seine Kameraden konnten ihn schnell retten. Nach einem Aufenthalt im Warener Klinikum, ging’s für ihn nach Neubrandenburg und von da aus direkt in die Unfall-Klinik nach Berlin. Dort blieb er vier Wochen. Wie sich herausstellte, hatte auch das Knie von Michael etwas abbekommen, es folgte eine Operation – die dann wieder in Waren.
Derzeit ist der langjährige Feuerwehrmann fast täglich zur ambulanten Reha in Klink. Bis zur vollständigen Genesung werden noch einige Wochen vergehen, ohne Krücken kann er das Haus noch nicht verlassen.
Verlassen konnte er sich von Anfang an auf seine Kameraden, die ihn nicht nur gerettet haben, sondern auch in der schweren Zeit in den vergangenen Wochen immer wieder an seiner Seite standen. So wie viele Warener, die Anteil genommen haben – dankbar für den Einsatz und traurig, dass es ihn erwischt hat. Sogar Geldspenden gab es. Davon hat Michael gestern beim traditionellen Vereinsabend in der Feuerwehr erst mal etwas ausgegeben.
Einen so schweren Unfall während eines Einsatzes der Warener Feuerwehr hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben. Zum Glück. „Es war für uns alle ein Schock und wir sind unheimlich froh, dass unserer Kamerad auf dem Weg der Besserung ist“, sagt Reimond Kamrath. Er hat mit seinen Leuten viel über den Einsatz und die Folgen geredet, ja reden müssen. Denn viel Zeit zum Verschnaufen gab es für die Freiwilligen nicht. Ein Einsatz jagte den anderen. Häufig zum Glück nur kleinere Dinge, aber eben auch schwere Unfälle mit Verletzten und Toten, ein Pferd, das in einen Tümpel gerutscht war und feststeckte, der Brand einer Wohnung in der Röbeler Chaussee und vor kurzem ein Feuer in einer Möbelmanufaktur. Die Liste ist lang. Eine Liste, hinter der zum einen die betroffenen Menschen stecken, zum anderen aber eben auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und ihre Familien.
„Zum Abschluss des Jahres möchten wir Dank sagen. Danke den vielen Personen im direkten Umfeld der Feuerwehr, denn ohne den Rückhalt der Familien und Freunde der Kameradinnen und Kameraden wäre deren Engagement nicht möglich. Danke den vielen Förderern in Unternehmen und aus dem privaten Bereich, die den Feuerwehrverein bzw. die Feuerwehr finanziell oder auf andere Weise unterstützen. Hier reicht oft ein kurzer Anruf, um schnelle Hilfe beispielsweise bei Übungen oder Veranstaltungen zu erhalten. Gleicher Dank gilt den Feuerwehren und anderen Ehrenamtlichen Organisationen im Umkreis, zu denen wir ein freundschaftliches Verhältnis pflegen und die uns kameradschaftlich unterstützen“, erklärte Warens Wehrführer Reimond Kamrath.
Auch „Wir sind Müritzer“ möchte die Gelegenheit nutzen, sich für die immer faire und offene Zusammenarbeit zu bedanken und wünscht allen Rettern – egal ob Feuerwehr, Rettungsdienst oder Notaufnahme – einen ruhigen Silvesterabend und einen ebenso stressfreien Start ins neue Jahr.








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